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Philippinen 2017

04.03.2017 - 22.03.2017

Reiseroute – neue Destination

Die 13-köpfige Gruppe flog gemeinsam nach Hongkong. 4 Teilnehmende reisten direkt weiter ins Pura Vida Resort von Dauin. Die anderen erkundeten während zwei Tagen die Gegensätze der Millionenmetropole der Sonderverwaltungszone Hongkong, bevor auch sie die Reise über Cebu-Stadt und dann auf dem Landweg und mit einer Fährenüberfahrt nach Dauin auf der Insel Negros fortsetzten. Die Transfers zum Pura Vida – Resort auf Cabilao und dem erstmals im Programm stehenden Resort Amun Ini bei Anda im Südosten der Insel Bohol konnten wir mit dem Tauchboot Jumica zurücklegen. Die Rückreise führte uns auf dem Landweg nach Tagbilaran, mit der Fähre nach Cebu-Stadt. Der Autotransfer vom Hafen zum Flughafen von Cebu führte uns durch das wohl tägliche Tohuwabohu des Strassenverkehrs der Stadt, das uns am Steuer wohl hätte verzweifeln lassen. Der Rückflug von Cebu über Hongkong brachte uns wohlbehalten nach Zürich. Hier waren dann die Temperatur von 4 Grad und der bedeckte Himmel etwas gewöhnungsbedürftig, obwohl die Verhältnisse am Tag der Abreise vergleichbar waren.

Die Resorts  

Die beiden Pura Vida Resorts von Sea Explorers in Dauin und auf Cabilao sowie das Resort Amun Ini auf Bohol haben uns je auf ihre Weise eine Atmosphäre geboten, in der wir uns von den Tauchaktivitäten sehr gut erholen konnten. Sehr schöne Zimmer, ausgezeichnetes Essen, zuvorkommender Service haben uns überzeugt. Die von den jeweiligen Spa‘s angebotenen Massagen wurden von uns ausgiebig in Anspruch genommen, was auch für ihre Güte spricht. Auf Cabilao freuten sich die Masseurinnen ausdrücklich auf unsere Gruppe, weil sie wussten, dass Käsers Leute sich gerne und in grosser Zahl von ihnen durchwalken lassen würden. Im Amun Ini war zwar im Restaurant/Bar offiziell um 22 Uhr Schluss. Eine letzte, über diese Zeit hinausgehende Bestellung war aber durchaus möglich, die Security räumte dann die von uns ordentlich hinterlassenen Plätze noch auf.

Die Jumica und ihre Crew

Das auf eine Kapazität von 16 Tauchern ausgelegte Tauchboot Jumica hatte für unsere Gruppe ausreichend Raum und bot uns auch bei Wind, dem nur spärlich fallenden Regen und in den wenigen Fällen mit etwas rauerem Seegang ausreichend geschützten Platz. Der Bug bot sich für das Sonnenbaden an, was vor allem von den Damen genutzt wurde. Einige Herren zogen es zuweilen vor, in der Kabine auf den gepolsterten Sitzplätzen zu schlafen, während das Sonnendach die Gelegenheit bot, sich im Schatten zu unterhalten und die Landschaft und das Meer zu geniessen.

Mit zunehmender Reisedauer wurde die Jumica nach den Tauchgängen immer mehr steuerbordlastig weil sich dort immer mehr Leute in einer Reihe zu versammeln begannen und mit zum Teil etwas angestrengtem Gesichtsausdruck sowie eigenartigen Körperhaltungen vor der mit CR (= Comfort Room) angeschriebenen Kabinentür warteten. Öffnete sich diese, verschwand jemand in der kleinen Kabine und kam dann meistens mit einem Lächeln der Erleichterung wieder heraus. Die etwa 26 Grad betragende Wassertemperatur forderte nicht nur, aber vor allem bei den Ü-60 Herren ihren Tribut.  

Die Bootsrew machte einen hervorragenden Job. Innert kurzer Zeit kannten sie die Ausrüstungen der Tauchenden, bauten sie für den neuen Tauchgang um, halfen allen in die Ausrüstungen, waren für das Anlegen der Flossen besorgt und halfen beim Ausstieg dermassen gut, dass auch bei Wellengang niemand ins Straucheln kam. Ihre ständige Aufmerksamkeit und die seemännischen Fertigkeiten stellten der Kapitän und seine Leute auch anschaulich beim Verlust eines Anzugs und dem nachfolgenden und erfolgreichen „Anzug über Bord Rettungsmanöver“ unter Beweis.

Nach jedem Tauchgang halfen uns die bereitgestellten Früchte, die Butterkekse und die heissen und kalten Getränke unseren Wärme- und Flüssigkeitshaushalt zu regenerieren.

Die Sandwüste lebt und die Korallengärten erfreuen das Herz

Die Unterwasserwelt bot vielseitige Abwechslung und viele Highlights. Der erste Eindruck beim Tauchen über schwarzem Sand vor dem Pura Vida in Dauin oder dem weissem Sand beim Amuni Ini ist ernüchternd. Doch was beim ersten Anblick eine Wüste zu sein scheint, trägt derart viel Leben in sich, dass das Staunen rasch beginnt. Bei dieser „Muckdiving“ genannten Aktivität entdeckten wir rasch, dass diese „Sandwüste“ lebt. Wer hat schon 3 Pegasusfische gesehen, die sich in Einerkolonne vorwärtsbewegten, zwischenzeitlich einen Rudelringkampf veranstalteten und danach wieder in der ursprünglichen Ordnung von dannen zogen? Knurrhahn, Skorpionsfische, Frogfische, Geisterpfeifenfische, seltene Oktopusse inklusive Blauringoktopus, Dornrücken-Kofferfisch, Fangschreckenkrebse zogen alle, vor allem auch die Unterwasserfotografen, in ihren Bann. Ob bei Apo Island, Cabilao, Balicasag oder in der Umgebung des Amun Ini, überall trafen wir erfreulich intakte Korallengärten und Steilwände an. Wer sich an Nacktschnecken ganz unterschiedlicher Formen und Färbungen satt sehen wollte, war auf dieser Safari am richtigen Ort. An verschiedenen Tauchplätzen waren immer wieder Schildkröten zu sehen. Waren es bei einem nun sechs oder sieben auf einmal? Für Gesprächsstoff war gesorgt. Seenadeln betrachteten wir so nah wie möglich, von den Seeschlangen versuchten wir respektvoll etwas Abstand zu halten. Die angetroffene Electric Shell war nicht in voller Aktivität, dafür geriet uns dann etwa ein juveniler Langflossen-Fledermausfisch ins Blickfeld. Wer noch genügend gute Augen oder eine Lupe hatte und tief genug tauchte, konnte vor allem bei Cabilao auch die magersüchtige Denise (Hippocampus Denise) oder den wenig grösseren Verwandten Hippocampus Bargibanti sehen und fotografieren. Im Blauwasser war nicht viel Spektakuläres zu sehen. Trotzdem machte es Eindruck, wenn eine Barrakuda-Schule vorbeizog oder ein ausnehmend grosser Schwarm Makrelen Tauchern sogar das besondere Erlebnis zuteilwerden liess, sie quasi in sich aufzunehmen. Vor dem Amun Ini kamen einige während eines Dämmerungstauchgangs auch in den Genuss, Mandarinfische zu beobachten.

Auf der Überfahrt nach Cabilao war es möglich, vor Oslob mit Walhaien zu tauchen. Diese majestätischen Tiere aus der Nähe betrachten zu können, war ein ausserordentliches Erlebnis. Die Gelegenheit entstand dadurch, dass die Walhaie seit etlichen Jahren täglich zur selben Zeit mit Krebsen gefüttert werden und dabei einen kleineren Prozentsatz ihres Tagesbedarfs vorgesetzt bekommen. Die Präsenz der Walhaie während der Fütterungszeit wird touristisch genutzt, indem nach vorheriger Einweisung über das nötige Verhalten Interessierte mit Booten zum Schnorcheln mit den Walhaien aufs Wasser gebracht werden. Dass dies nicht unproblematisch ist, wurde auch unter uns diskutiert.

Die Tauchguides brachten ihre Erfahrung und ihre geschulten Augen zur Geltung und konnten uns auf manche Besonderheit in ihren Tauchrevieren aufmerksam machen. Sie waren aber auch bereit, uns in unserer eigenen Geschwindigkeit tauchen zu lassen und unseren Entdeckertrieb auszuleben. Der ständig am Ende der Briefings wiederholte Leitspruch „Dive with a smile and lave your guide“ nutzte sich mit der Zeit etwas ab und musste auch nicht wörtlich genommen werden.

Die Gruppe

War das jetzt eine Reise einer „Chäserhorde“, ein „Geriatriereisli“, eine „Wohlfühltruppe“ oder eine halbe Klassenzusammenkunft mit einer zufällig entstandenen jurasüdfusslastigen Gruppendominanz, die sich gemeinsam auf diesen Trip machte? Es war von allem etwas: Organsiert von Tauchsport Käser waren bis auf eine Ausnahme alle Ü-50, etliche entdeckten ihre gemeinsame Zeit an der Kanti Solothurn und viele wiesen Wurzeln und/oder Wohnorte am Jurasüdfuss auf. So wie alle nicht Jurasüdfussfüssler deren Slang mit etlichen Sprüche kommentierten, aber anstandslos das „Jo“ und „Müuch“ der aus dieser Gegend Stammenden akzeptierten, ist auch die gelebte Toleranz allen innerhalb der Gruppe gegenüber hervorzuheben. Niemand glaubte, sich profilieren zu müssen. Es bildeten sich keine Untergruppen. Ohne sich aufzudrängen liessen die ausgewiesenen Unterwasserfotografen alle, die dies wollten, an ihren Bildern teilhaben. Der pensionierte Gartenbauarchitekt klärte gerne Fragen zu den Bäumen und Pflanzen. Geburtstage und Tauchgangsjubiläen (ob zum 30. oder 666. TG) waren gern angenommene Anlässe für Einladungen zum Apero und weiterer Tranksame. Dass bei einer längeren Überfahrt auch alte „Lumpeliedli“ gesungen wurden, rundet das Bild ab. Die Textsicherheit war zwar nicht mehr ganz vorhanden, „es wott es Froueli z’Märit go“ brachten wir aber doch vollständig zusammen. Marktkörbe waren dann auf der Rückreise noch gefragt, um die auf einem Markt eingekauften Mangos sicher nach Hause zu bringen.

Sir Rolf und Lady Olga

Die Organisation und Leitung der Safari durch Olga und Rolf (Sea Explorers) war so tadellos, dass wir sie eigentlich fast nicht wahrgenommen haben. Unaufgeregt und diskret führten sie uns durch die Zeit der Reise, gingen auf unsere Bedürfnisse ein, lösten auftauchende Probleme. Sie leisteten damit einen wichtigen Beitrag dafür, dass wir uns mit sehr guten Gefühlen an unsere Erlebnisse der gemeinsam verlebten 19 Tage erinnern werden. Beiden sei herzlich gedankt!

Paul Stauffer

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